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Das Gesetz des Verlangens und der Aufbau der Welten

Dieser Abschnitt legt ein einheitliches System fest, in dem Agnets Anwesen, Jesters Theater, das Puppenhaus, das Resonator-Hotel und alle angrenzenden Ländereien existieren.

The Witch Chronicles

Dieser Abschnitt legt ein einheitliches System fest, in dem Agnets Anwesen, Jesters Theater, das Puppenhaus, das Resonator-Hotel und alle angrenzenden Ländereien existieren.

Zweck des Werkes

Dieses Bestiarium beschreibt die Welt von Chelsea als ein einheitliches System und nicht als eine Ansammlung vereinzelter Spielepisoden. Ereignisse, Tagebücher, Enden und Aussagen der Figuren sind zu einer einheitlichen Mythologie verwoben. Dort, wo sich Augenzeugen widersprechen, bleibt die Natur des Widerspruchs selbst erhalten: In anderen Welten verändert sich die Erinnerung mit der Rolle, und der Raum unterliegt nicht dem Kalender, sondern der Angst, dem Verlangen und den geschlossenen Verträgen.

Erotik ist in diesem Universum keine bloße Verzierung des Grauens. Sie wirkt wie eine magische Sprache. Das Verlangen kann einen Durchgang öffnen, einen Vertrag festigen, Macht über einen Geist verleihen oder umgekehrt einem Menschen Namen und Willen rauben. Freiwillige Lust kann zur Waffe werden; aufgezwungene Intimität zu einer Form der Knechtschaft. Deshalb lautet die zentrale Frage jeder Begegnung nicht „Ist die Verführung rein?“, sondern „Wem gehört die Wahl?“

Die sieben Gesetze der Grenzwelt

Das Gesetz des Ankers. Kein Wesen kann sich in der menschlichen Welt ohne Halt behaupten: ohne einen Gegenstand, einen Namen, einen Körper, einen Ort, ein Ritual oder eine wiederkehrende Erinnerung.

Das Gesetz der Einladung. Eine Tür kann durch eine Drohung geöffnet werden, doch ein dauerhafter Durchgang erfordert fast immer die Zustimmung, die Neugier oder eine Handlung seitens eines Lebenden.

Das Gesetz der Rolle. Die Reiche Jesters, der Puppenmeisterin und einiger Geister formen einen Menschen durch eine zugewiesene Rolle neu. Schauspielerin, Puppe, Dienstmädchen, Hexe oder Gefangene – das sind keine Masken, sondern Formen der Realität.

Das Gesetz des Verlangens. Starkes Verlangen setzt Energie frei, von der Rituale, Portale und Wesen zehren. Unterdrücktes Verlangen ist besonders gefährlich: Es löst sich leichter von der Persönlichkeit und nimmt eine eigenständige Gestalt an.

Das Gesetz der Angst. Angst macht das Ziel sichtbar. In der Stunde des Wolfes zerstört sie Schutzzauber und ermöglicht es den Jägern, dorthin vorzudringen, wo sie zuvor nur ein Schatten waren.

Das Gesetz des Blutes. Die Blutsverwandtschaft öffnet Siegel, die weder durch Kraft noch durch Wissen zu knacken sind. Genau deshalb ist Agnets Erbe nicht nur mit ihrem Vermögen verbunden, sondern auch mit ihren Nichten.

Das Gesetz des Preises. Jedes Geschenk aus anderen Welten hat seinen Preis. Dieser kann sofort genannt werden, in den Vertragsformulierungen verborgen sein oder sich später als Veränderung des Körpers, des Gedächtnisses, der Moral und des Schicksals zeigen.

Karte der Realitätsebenen

Ebene Prinzip Größte Gefahren
Die Welt der Menschen Materie, Gesetz, Vererbung, Dokumente und das gesellschaftliche Gedächtnis. Wesen wirken durch Gegenstände, Vermittler und verborgene Vereinbarungen.
Die Welt der Träume Das persönliche Gedächtnis nimmt Gestalt an und kann umgestaltet werden. Der Verlust der Grenze zwischen Erlösung und tröstlicher Illusion.
Die Mondwelt Fantasien erhalten Gestalt, und Rollen werden zu Schicksalen. Jester, seine Exponate und die lebenden Kulissen.
Die sublunare Welt Grüner Nebel, uralte Pfade, tote Götter und hungrige Reiche. Schleimwesen, Züge der Toten, Spiegelbilder der Persönlichkeit, uralte Wächter.
Zwischenwelt Risse und Kreuzungen zwischen den Universen. Baphomet, Charon, Orientierungslosigkeit, entstellte Gefangene.
Die Schwarz-Weiß-Welt Das Bild verdrängt die Materie; Farbe und Name bewahren die Identität. Ein gesichtsloser Wächter und Wesen, die sich von den Empfindungen der Lebenden ernähren.
Taschenreiche Die Welt dreht sich um den Herrn und seine Regeln. Das Puppenhaus, Jesters Theater, die Festung des Antiquars, das Resonator-Hotel.

Erotische Magie

Erotische Magie manifestiert sich in drei Formen. Die erste ist vertraglicher Natur: Der Mensch nimmt das Verlangen bewusst an und erhält Zugang zur Kraft des Wesens. Die zweite ist räuberisch: Der Geist ersetzt die Zustimmung durch Suggestion, eine Rolle oder Abhängigkeit. Die dritte ist transformativ: Die Lust wird zu einem Übergang, nach dem Körper und Bewusstsein nicht mehr in ihre frühere Form zurückkehren müssen.

Agnet nutzte das Verlangen als Mittel zur Zähmung und gegenseitigen Bindung. Chelsea verwandelt es in ein Feld der Wahl: Sie kann sich einem Wesen unterwerfen, es täuschen, vertreiben oder selbst unterwerfen. Jester verwandelt das Verlangen in ein Schauspiel. Die Puppenmeisterin verwandelt es in eine Form des Besitzes. Tlazdine verwandelt es in Religion und eine Quelle der Macht. Der Inquisitor hingegen erklärt das Verlangen zum Verbrechen, nährt sich aber selbst von Scham und Unterdrückung. Genau deshalb bleibt seine Heiligkeit stets eine Maske des Sadismus.