| WESEN | Göttin und vielgestaltige Kraft der sublunaren Welt |
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| ANDERE NAMEN | Die Sünde mit tausend Gesichtern |
| REICH | Spiegelbilder, Kult der Begierden, Wege der Sukkubus |
| HAUPTKRAFT | Segen durch Genuss und Aneignung von Spiegelbildern |
Tlazdine verlangt weder Keuschheit noch Reue noch Verzicht auf den Körper. Ihr Glaube basiert auf dem Gegenteil: Das Verlangen muss anerkannt, ausgelebt und in die Tat umgesetzt werden. Deshalb erscheint sie als großzügige Göttin. Sie verurteilt Chelsea nicht, erniedrigt sie nicht wegen ihres Vergnügens und versucht nicht, das Laster als Krankheit zu bezeichnen. Doch die Freiheit, die sie bietet, hat ihre eigene Richtung: Jedes erfüllte Verlangen macht ihre Gegenwart greifbarer.
Tausend Gesichter
Tlazdine hat keinen einzigen Körper. Sie erscheint in der Gestalt, die den Betrachter am stärksten mit Verführung, Macht oder einer geheimen Selbstvorstellung verbindet. Im Spiegel kann sie die Gestalt von Chelsea selbst annehmen – nicht als bloße Kopie, sondern als eine Version der Heldin, die ihre Zweifel bereits abgelegt hat. Die Berührung eines solchen Spiegelbildes fühlt sich fast wie eine Begegnung mit der eigenen Zukunft an.
Der Weg des Dienstes
Die Göttin bietet Chelsea an, ihre Botin zu werden. Dazu muss sie die Teile des Sukkubus-Regaliens sammeln und die Geister unterwerfen, indem sie deren Wünsche in Gebete verwandelt. Jedes befriedigte Wesen stärkt die Verbindung zu Tlazdine. Der Dienst zerstört die Persönlichkeit nicht unbedingt sofort: Er formt die Moral nach und nach um und macht die Lust nicht zu einer privaten Entscheidung, sondern zu einer heiligen Pflicht.
Spiegelmagie
Das wichtigste Werkzeug von Tlazdine ist der Spiegel der Welt. Er erzeugt Spiegelbilder von Gegenständen, ermöglicht es der Göttin, ihre Dienerin zu berühren, und zerstört das Wesen, wenn das Original durch das Spiegelbild ersetzt wird. Im Falle des Antiquars wendet diese Magie seine eigene Gier gegen ihn: Da ihm das Original entzogen wurde, wird er zu einem reinen Spiegelbild und löst sich auf, während die freigesetzte Kraft die Göttin nährt.
Gefahr
Tlazdine ist nicht wie der Inquisitor oder die Puppenmeisterin. Sie nimmt anderen nur selten mit roher Gewalt die Wahl. Ihre Gefahr ist subtiler: Sie macht Vergnügen zum Beweis der Treue und lässt eine Weigerung wie Verrat an der eigenen Natur erscheinen. Die Dienerin begehrt weiterhin – doch nach und nach versteht sie nicht mehr, wo ihr eigenes Verlangen endet und der Wille der Göttin beginnt.



