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Kapitel 01

Kapitel 1. Die erste Berührung

Melissa kam auf dem kalten Fliesenboden zu sich. Der Resonator sang bereits in ihrem Blut, und der grüne Nebel begann aufzusteigen.

Melissa kam auf dem kalten Fliesenboden eines schwach beleuchteten Wirtschaftsraums im Erdgeschoss des alten Hotels zu sich. Aus einem gesprungenen Wasserhahn tropfte in gleichmäßigem, fast hypnotischem Rhythmus Wasser. Die Luft war schwer und feucht und trug einen süßlichen Duft, der gleichzeitig an überreife Beeren und den warmen, intimen Geruch eines Frauenkörpers nach langem Verlangen erinnerte.

Sie setzte sich langsam auf und schlang die Arme um sich. Ihre Kleidung war völlig durchnässt. Die dünne Bluse klebte an ihrer Brust und ließ die harten Brustwarzen deutlich erkennen. Der Rock war hochgerutscht und entblößte ihre Oberschenkel. Die rosa karierte Schleife in ihrem Haar war zur Seite gerutscht, und ein violetter Strähnchen klebte an ihrer feuchten Wange. Ihre grünen Augen, sonst ruhig, waren weit aufgerissen und leicht glasig.

Das Hotel. Sie und Chelsea waren gemeinsam hierhergekommen – „eine lohnende Investition“, hatte ihre Schwester gesagt. Das Anwesen besichtigen, die Papiere unterschreiben, entscheiden, was mit dem Erbe geschehen sollte. Dann war der Resonator unter dem Fundament erwacht. Die Zeit war zerrissen. Chelsea war in einem Augenblick verschwunden, und Melissa war allein zurückgeblieben. Völlig allein. In diesem alten, atmenden Gebäude, das einst weit mehr gewesen war als nur ein Hotel.

Sie stand auf. Ihre Beine zitterten leicht. Nicht vor Angst – vor etwas anderem. Ihr Körper fühlte sich seltsam empfindlich an. Die Haut brannte dort, wo der nasse Stoff sie berührte. Zwischen ihren Schenkeln breitete sich eine feuchte Wärme aus, die ganz von allein entstanden war. Melissa machte einen Schritt zur Tür, blieb dann stehen und starrte in den gesprungenen Spiegel an der Wand.

Das Spiegelbild lächelte sie mit einem leichten, wissenden Lächeln an, das sie selbst nicht gemacht hatte. Die Lippen waren leicht geöffnet. Die Brust hob und senkte sich schwer. In den Augen lag keine Panik, sondern etwas Dunkles und Gieriges.

„Chelsea…“, flüsterte sie. Ihre Stimme hallte von den Backsteinwänden wider. „Wo bist du…“

Der Resonator antwortete nicht mit Worten.

Aus den Rissen zwischen Fliesen und Backsteinen begann ein grüner Nebel zu sickern. Er war nicht dicht – eher ein leichter Schleier –, bewegte sich aber gegen den Luftzug und stieg zu ihr auf. Wo er die Haut berührte, hinterließ er ein warmes, kribbelndes Gefühl, als streichelten unsichtbare Finger die empfindliche Innenseite ihrer Schenkel.

Melissa trat einen Schritt zurück. Ihr Herz schlug viel zu laut. Sie erinnerte sich an die Einträge in Tante Agnets Tagebuch: „Das Verlangen öffnet Türen, die die Angst nur sichtbar macht.“ Und an das Gesetz des unterdrückten Verlangens. Es verschwand nicht. Es sammelte sich an. Und an diesem Ort, über dem Riss zwischen den Welten, konnte es Gestalt annehmen.

Sie versuchte, sich zu konzentrieren. Ihre Finger fanden den kleinen Schutzamulett, das sie aus dem Anwesen mitgebracht hatte – ein altes Pentagramm an einer Silberkette. Doch ihre Hände zitterten. Das Amulett rutschte ihr aus den Fingern und fiel mit einem dumpfen metallischen Geräusch auf den nassen Boden.

Das Wasser aus dem Hahn floss stärker. Der grüne Nebel verdichtete sich um ihre Füße, wirbelte und formte seltsame, geschmeidige Spiralen, die fast wie Tentakel aussahen. Sie berührten sie noch nicht. Noch nicht. Sie kreisten nur, beobachteten, warteten.

Melissa spürte, wie ihre Brustwarzen noch härter wurden. Der Rock zwischen ihren Beinen war jetzt nicht nur vom Wasser feucht. Sie presste die Schenkel zusammen, um das Gefühl zu unterdrücken, doch es wurde nur stärker. Ihr Körper erinnerte sich. Ihr Körper wollte. Auch wenn ihr Verstand „nein“ sagte.

Sie trat in den langen Flur hinaus. Die Wände waren alt und abblätternd, doch irgendwo tiefer im Gebäude brannte ein schwaches, gelbliches Licht. Ihre Schritte hallten. Manchmal klang es, als wiederhole das Echo nicht nur ihre Schritte, sondern auch leise, weibliche Stöhnen. Ihre eigenen.

Durch eine angelehnte Tür sah sie ein altes Badezimmer. Drinnen: dieselben Backsteinwände, rissige Fliesen, ein alter Kronleuchter an der Decke. Wasser glänzte auf dem Boden. Der grüne Nebel war hier dichter. Er wand sich um ihre Waden, stieg höher, umschlang ihre Beine wie warme Hände.

Melissa trat ein. Nicht, weil sie es wollte. Weil ihre Füße sie dorthin trugen, wo die Anziehungskraft des Resonators am stärksten war.

Sie trat vor den großen Spiegel über dem Waschbecken. Ihr Spiegelbild war nun schamlos. Die Bluse klebte völlig an ihrer Haut, die Brustwarzen deutlich sichtbar. Der Rock war so hochgerutscht, dass der Rand ihrer durchweichten Unterhose zu sehen war. Die Augen im Spiegel blickten sie mit einer Mischung aus Herausforderung und Flehen an.

„Das… das macht er“, flüsterte sie. „Der Resonator. Er verstärkt alles. Das Verlangen. Die Angst. Alles.“

Während sie sprach, hob sich ihre Hand wie von selbst und strich leicht über ihre Brust. Die Brustwarze antwortete mit einem scharfen, elektrischen Lustfunken. Melissa riss die Hand zurück, doch die Hitze zwischen ihren Beinen war inzwischen fast unerträglich. Sie spürte, wie ihre Muschi pulsierte und ihre Säfte langsam den dünnen Stoff durchtränkten.

Der grüne Nebel um ihre Füße wirbelte heftiger. Aus ihm begannen sich Formen zu schälen – dick, geschmeidig, glänzend. Noch nicht vollständig. Nur Andeutungen. Aber sie waren da. Sie warteten. Hungrig.

Melissa trat zurück, bis ihr Rücken die Wand berührte. Ein Knie bog sich leicht, die Ferse löste sich vom Boden. Sie atmete schwer. Ihre Brust hob und senkte sich. Ihre Haare klebten an Hals und Gesicht. Die rosa Schleife war fast völlig verrutscht.

Sie wusste, was geschah. Sie wusste es aus Agnets Tagebüchern. Sie wusste es durch das, was Chelsea auf dem Anwesen widerfahren war. Sie wusste, dass an diesem Ort das Verlangen eine Tür war. Und sie hatte gerade den Schlüssel umgedreht.

Aus dem Abfluss in der Ecke des Raumes begann etwas Grünes langsam aufzusteigen. Sehr langsam. Dick. Lebendig. Bedeckt mit kleinen, dunklen, augenähnlichen Saugnäpfen, die sie bereits beobachteten.

Melissa schrie nicht. Sie stieß nur einen zitternden, gebrochenen Atem aus:

„…Chelsea…“

Und in diesem Moment berührte der erste grüne Tentakel ihren Knöchel – warm, glitschig und vorsichtig.

Er wickelte sich noch nicht um sie. Noch nicht.

Aber Melissa wusste bereits: Widerstand war sinnlos. Und noch tiefer in ihr verstand sie etwas anderes: Sie wollte eigentlich gar nicht mehr widerstehen.

Der Resonator sang in ihrem Blut. Und der grüne Nebel stieg weiter auf.