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Kapitel 01

Kapitel 1. Das Erwachen

Sie erinnert sich nicht an ihren Namen. Ihr Körper erinnert sich nur an eines: Er gehört diesem Ort.

Die Dunkelheit atmete Samt.

Der schwarz-weiße Schachbrettboden kühlte ihre bloßen Fußsohlen, während die schweren Vorhänge zu beiden Seiten wie tote Zungen herabhingen. Die Luft war dick, süßlich und schwer, durchtränkt von altem Holz, Staub und etwas anderem – etwas Lebendigem, Pulsierendem, das an der Haut klebte und durch alle Poren nach innen sickerte.

Sie erinnerte sich nicht an ihren Namen. Sie erinnerte sich nicht daran, wie sie hierhergekommen war. Sie erinnerte sich nicht einmal daran, dass sie ein Mensch war.

Ihr Körper hingegen erinnerte sich nur an eines: Er war hier. Und er gehörte diesem Ort.

Ihre Haut glänzte von einem dünnen Schweißfilm. Schwarze Lederriemen umschlossen eng ihre Schenkel, ihre Taille und ihre Brüste und ließen die zartesten Stellen völlig entblößt. Die Riemen schnitten sich in das weiche Fleisch, betonten jede Linie, jede Rundung. Ihre Brüste, schwer und prall, waren nach vorn gereckt wie zwei reife Früchte, bereit zur Ernte. Ihre Brustwarzen waren bereits hart von der kühlen Luft und von etwas anderem – von diesem unsichtbaren, aber spürbaren Druck des Begehrens, das überall in diesem Raum lag.

Zwischen ihren Beinen hielt dieselbe erbarmungslose Konstruktion sie offen. Die Riemen wichen auseinander wie Blütenblätter und ließen ihr Zentrum völlig unbedeckt. Die feuchten, leicht geschwollenen Schamlippen glänzten schwach im Halbdunkel. Sie spürte, wie ein warmer Tropfen langsam an der Innenseite ihres Schenkels hinablief – ihr eigener, verräterischer.

Ein Knebelballen füllte ihren Mund, zwang ihre Kiefer auseinander. Dünne Speichelfäden liefen bereits aus den Mundwinkeln, hinterließen glänzende Spuren auf ihrem Kinn und weiter hinunter zwischen ihren Brüsten. Sie konnte weder den Mund schließen noch schreien. Sie konnte nur leise, erstickte Laute von sich geben, wenn ihr Körper unwillkürlich zuckte.

Ihre Augen waren weit aufgerissen. Angst schwamm darin … und noch etwas anderes. Etwas Dunkles, Schweres, Heißes, das sich mit jedem Herzschlag in ihrem Unterleib ausbreitete.

Sie wusste nicht, wer sie war. Aber ihr Körper wusste, was man mit ihr tun würde.

Hinter dem schweren Vorhang rechts erklang ein leises, fast kindliches Kichern. Dann das Geräusch kleiner Schritte auf dem Schachbrettboden. Und er erschien.

Eine kleine, bucklige Gestalt mit zerzauster dunkler Mähne, einem riesigen Grinsen voller spitzer Zähne und Augen, in denen keine Spur von Menschlichkeit lag. Ein Clown. Oder das, was einmal ein Clown gewesen war. Nun war es eine lebende Maske des Verkäufers der Albträume – eines seiner liebsten „Gesichter“, die er annahm, wenn er besonders raffiniert spielen wollte.

In seiner Hand hielt er ein kleines, fast juwelenartiges Instrument – dünn, glänzend, mit einer scharfen Spitze. Etwas zwischen einem Skalpell und einem Schlüssel.

Der Verkäufer (oder die Clownmaske, die er gerade trug) trat langsam näher, blieb zwischen den weit gespreizten Beinen der jungen Frau stehen und legte den Kopf in den Nacken, um zu ihr aufzublicken. Sein Grinsen wurde noch breiter.

— Ooooh … welche hübsche kleine Puppe ist da aufgewacht, — krächzte er mit hoher, absichtlich spielerischer Stimme. — Und sie erinnert sich nicht einmal daran, wie sie heißt. Wie rührend.

Er beugte sich vor. Sein warmer, feuchter Atem streifte die Innenseite ihres linken Schenkels. Die junge Frau zuckte mit dem ganzen Körper. Die Riemen spannten sich. Der Knebel dämpfte das Geräusch, das ihr entwich.

Der Verkäufer führte langsam die Spitze des Instruments entlang des Lederriemens, der genau in der Mitte verlief – vom unteren Bauch bis zu ihrer intimsten Stelle. Das Metall war kalt. Der Kontrast zu ihrer heißen Haut ließ sie unwillkürlich die inneren Muskeln zusammenziehen.

— Du bist schon lange hier, meine Süße, — fuhr er beinahe zärtlich fort. — Du hast es nur … vergessen. Das Theater des Narren mag es nicht, wenn seine Sterne sich zu viel erinnern. Rollen müssen jedes Mal neu gelebt werden. Rein. Tief. Bis die Knie zittern.

Das Instrument glitt etwas tiefer. Seine Spitze fuhr genau am Rand ihrer nackten, feuchten Scham entlang – nicht hinein, sondern nur am Rand, auf der empfindlichen Haut, wo die sensibelste Zone begann. Die junge Frau sog scharf die Luft durch die Nase. Ihre Schenkel zuckten, versuchten sich zu schließen, doch die Riemen hielten sie unnachgiebig.

Speichel lief über ihr Kinn auf ihre Brust. Ihre Brustwarzen waren beinahe schmerzhaft hart geworden.

Der Verkäufer hob den Blick. In seinen Augen tanzte ein wahnsinniges, hungriges Feuer.

— Dein Körper erinnert sich bereits an alles, auch wenn dein Kopf es nicht tut. Sieh, wie er zittert. Sieh, wie nass er ist. Das Gesetz des Begehrens funktioniert hier unfehlbar. Du kannst dich nicht an deinen Namen erinnern … aber du willst bereits.

Er drückte leicht mit dem Instrument – ohne einzudringen, sondern einfach nur das kalte Metall gegen ihre heiße, pochende Haut zu pressen. Die junge Frau stöhnte lang und gebrochen durch den Knebel. Ihre Hüften bewegten sich unwillkürlich nach vorn.

Der Verkäufer lachte leise, fast zärtlich.

— So ist es gut … braves Mädchen. Das Publikum versammelt sich bereits. Sie lieben es, wenn der Star schon zu singen beginnt, bevor das Stück überhaupt angefangen hat.

Er strich mit seiner freien Hand langsam, beinahe ehrfürchtig über die Innenseite ihres Schenkels und hinterließ eine Spur aus Gänsehaut. Dann beugte er sich noch näher, bis sein wahnsinniges Grinsen nur noch wenige Zentimeter von ihrem entblößten, glänzenden Zentrum entfernt war.

— Ich kann es dir sehr, sehr gut gehen lassen … — flüsterte er. — Oder sehr, sehr schlecht. Oder beides zugleich. Der Verkäufer der Albträume gibt immer eine Wahl. Aber hier, meine Süße, ist die Wahl immer dieselbe.

Das Instrument in seiner Hand drehte sich leicht. Die Spitze glitt etwas tiefer zwischen ihre Schamlippen – nicht mehr nur am Rand, sondern dazwischen, teilte ihr feuchtes, heißes Fleisch.

Die junge Frau bäumte sich heftig in den Riemen auf. Ihre Augen rollten nach oben. Ein erstickter, verzweifelter Laut drang aus dem Knebel.

Der Verkäufer verharrte, genoss ihre Reaktion. Dann führte er das Instrument ganz langsam nach oben – über diesen empfindlichen, bereits geschwollenen und pochenden Kitzler.

— Die erste Szene hat gerade erst begonnen, — sagte er leise. — Und du bist schon bereit, von einer einzigen Berührung zu kommen.

Er nahm das Instrument weg und legte stattdessen seine heiße, raue Handfläche direkt auf ihre nackte, nasse Scham. Er drückte einfach nur zu. Bewegte sich nicht. Hielt einfach nur den Druck.

— Atme, Puppe. Atme tiefer. Denn in der zweiten Szene … werde ich nicht mehr so sanft sein.

Sein Grinsen wurde noch breiter. Die Augen verengten sich.

— Und jetzt … lass uns sehen, wie laut du schreien kannst, wenn jeder Zuschauer dich haben will — tief, gierig, bis deine Knie zittern.